21 March, 2024· Article by Maria Jones

Wer im Ausland studieren, arbeiten oder sich weiterbilden möchte, muss fast immer belegen, was er bisher gelernt hat. Dazu gehören Schulzeugnisse, Hochschulabschlüsse, Notenübersichten und Bescheinigungen über Praktika. Die Dokumente sind oft in der Heimatsprache verfasst und müssen für Behörden oder Hochschulen in eine andere Sprache übertragen werden.
Dabei passieren erstaunlich viele vermeidbare Fehler. Eine gute Übersetzung allein reicht nicht, sie muss auch die formalen Anforderungen der empfangenden Stelle erfüllen. Dieser Beitrag zeigt, worauf Sie achten sollten.
Ein Zeugnis ist ein offizielles Dokument, das Leistungen, Noten oder Qualifikationen bescheinigt. Je nach Land unterscheiden sich Form, Inhalt und Bezeichnungen stark. Eine Urkunde aus einem Land kann nur den Titel nennen, eine andere listet jedes Fach mit Punktzahl auf.
Für die Übersetzung bedeutet das: Alles, was auf dem Dokument steht, gehört auch in die Übersetzung, einschließlich Stempeln, Siegeln und handschriftlicher Zusätze.
Notensysteme lassen sich nicht einfach umrechnen. Eine Eins in Deutschland ist die beste Note, in anderen Ländern ist es die schlechteste. Auch Abschlussbezeichnungen haben keine genaue Entsprechung. Gute Übersetzer behalten den Originalbegriff bei und fügen eine kurze Erläuterung hinzu, statt einen scheinbar passenden Titel zu erfinden.
Die Umrechnung von Noten ist Aufgabe der Anerkennungsstelle, nicht des Übersetzers. Wer das vermischt, riskiert Ablehnungen.
Viele Hochschulen und Behörden verlangen eine beglaubigte Übersetzung, andere akzeptieren die Arbeit eines anerkannten Übersetzers. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land und manchmal sogar je nach Stelle. Fragen Sie vor der Bestellung nach den genauen Vorgaben, denn eine falsche Variante kostet Zeit und Geld.
Eine beglaubigte Übersetzung enthält einen Vermerk, der bestätigt, dass der Text vollständig und richtig ist, mit Datum, Unterschrift und Stempel des Übersetzers.
Klären Sie, ob das Original, eine beglaubigte Kopie oder ein Scan genügt. Manche Länder verlangen außerdem eine Apostille, die die Echtheit der Unterschrift auf dem Dokument bestätigt. Sie wird in der Regel vor der Übersetzung eingeholt, und der Text der Apostille wird ebenfalls übersetzt.
Wer diese Reihenfolge nicht kennt, muss manchmal von vorn beginnen.
Namen, Geburtsdaten, Ausstellungsdaten und Matrikelnummern sind die häufigsten Fehlerquellen. Eine falsch geschriebene Ziffer kann dazu führen, dass die Zuordnung zu Ihren übrigen Unterlagen scheitert. Prüfen Sie jede Angabe mit dem Original, bevor Sie die Übersetzung abschicken.
Einen ausführlichen Überblick über die Anforderungen gibt der Ratgeber zum Thema Zeugnis und Diplom übersetzen, der typische Fehler und die Rolle des Übersetzers erklärt.
Wer sich für ein Studium bewirbt, muss oft auch Modulhandbücher und Kursbeschreibungen einreichen. Sie enthalten Fachbegriffe, die im Zielland anders benannt sein können. Ein Übersetzer mit Kenntnis des Fachs und des Hochschulsystems erkennt, welche Bezeichnung die Anerkennungsstelle erwartet.
Neben Bildungsabschlüssen werden häufig Arbeitszeugnisse, Referenzschreiben und Bescheinigungen über Berufserfahrung verlangt. Hier zählen Tonfall und Formulierung besonders, denn Zeugnisse nutzen in manchen Ländern feste Formeln, die eine bestimmte Bewertung ausdrücken. Ein Übersetzer sollte solche Formeln erkennen und so wiedergeben, dass der Leser im Zielland die gemeinte Einschätzung versteht.
Reichen Sie ein ganzes Bewerbungspaket ein, sollten alle Dokumente vom selben Übersetzer oder Büro bearbeitet werden. So bleiben Namen, Titel und Institutionen überall gleich geschrieben, und die Prüfer erkennen sofort, dass die Unterlagen zusammengehören. Uneinheitliche Schreibweisen führen oft zu Rückfragen, die Wochen kosten.
Sind Teile des Originals beschädigt, verblasst oder schwer zu lesen, sollte der Übersetzer dies im Text vermerken, statt zu raten. Ein Hinweis wie unleserlich ist korrekt und ehrlich, während eine Vermutung später als Fälschung ausgelegt werden könnte.
Anerkennungsverfahren dauern oft Wochen oder Monate. Planen Sie Übersetzung, Beglaubigung und Versand mit ausreichend Puffer ein. Wer erst kurz vor Bewerbungsschluss beginnt, ist auf teure Eilaufträge angewiesen, und genau dann schleichen sich Fehler ein.
Häufig sind Übersetzungen unvollständig, weil Rückseiten, Stempel oder Anhänge vergessen wurden. Ebenso oft stimmt die Schreibweise der Namen nicht mit dem Reisepass überein. Dazu kommen Übersetzungen, die von Personen ohne die nötige Anerkennung erstellt wurden, und Dokumente, die nicht im verlangten Format vorliegen.
Eine einfache Checkliste hilft: Vollständigkeit, Namen, Daten, Vermerk und Format prüfen, bevor Sie etwas einreichen.
Achten Sie auf Erfahrung mit Bildungsdokumenten, klare Preise und einen nachvollziehbaren Ablauf. Fragen Sie, ob die Übersetzung von jemandem erstellt wird, der in seine Muttersprache arbeitet, und ob ein zweiter Blick eingeplant ist. Ein Angebot mit Festpreis und Lieferzeit gibt Planungssicherheit.
Zeugnisse enthalten persönliche Daten. Senden Sie Scans nur über sichere Wege und fragen Sie nach dem Umgang mit Ihren Dokumenten nach Abschluss des Auftrags. Seriöse Anbieter löschen Daten auf Wunsch und nennen klare Fristen.
Ein sauber übersetztes und korrekt beglaubigtes Zeugnis öffnet Türen. Fehler dagegen verzögern Bewerbungen und Verfahren. Wer früh plant und die Anforderungen der Zielstelle kennt, spart Zeit, Geld und Nerven.






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